Über Grashalme gehen

Über Grashalme gehen- Gehen in Achtsamkeit

Die folgende Übung ist aus dem Fuß Qigong und zählt zu den sogenannten stillen Übungen, da sie hauptsächlich mental durchgeführt wird. Neben dem Körper und dem Bewusstsein für ihn stärkt Ihr durch die Übung zusätzlich auch Eure Visualisierungs- und Konzentrationsfähigkeit.

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Ihr könnt sie sehr gut in den Alltag einbauen, beispielsweise wenn Ihr auf öffentliche Verkehrsmittel warten müsst. Stellt Euch eine frisch gemähte Wiese vor. Gerne könnt Ihr dabei auch andere Sinne hinzunehmen- beispielsweise, indem Ihr Euch den Duft des Grases vorstellt.

Geht nun langsam einige Schritte hin und her und stellt Euch dabei vor, wie die einzelnen Grashalme über die ganze Fußsohle von den Zehen bis zur Ferse streifen. Mit der Übungspraxis können dies immer mehr Grashalme werden. Gerne könnt Ihr zwischendrin auch stehen bleiben und einen Fuß in kreisenden oder geraden Bewegungen über die imaginären Grashalme hin und her streifen lassen..auch dabei fällt Aussenstehenden nicht auf, dass Ihr nicht einfach nur herumsteht, sondern die Wartezeit für Körper und Geist nutzt :)   Diese Bewegung stärkt zusätzlich die Muskulatur auf der Außenseite Eures Beckens und unterstützt damit die Stabilität Eures Standes und Gangs. Versucht dabei jedoch- wie auch bei den Schritten selbst- die Zehen und das Knie nach vorne in Gehrichtung zeigen zu lassen.

Vergesst nicht: Jeder Schritt löst eine komplexe Schwerpunktverlagerung des Körpers aus. Je achtsamer Ihr die Schritte ausführt, desto bewusster könnt Ihr Euch dessen werden.

Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr zusätzlich – oder auch unabhängig von der Imagination der Grashalme – eine Hand auf Euer Gesäß und die andere auf den oberen Teil des Oberschenkels der gleichen Körperseite legen. Versucht zu spüren, welche Muskeln sich zu welchem Zeitpunkt der Bewegung an- oder entspannen. Beobachtet dies über mehrere Schritte hinweg. Auf diese Weise werdet Ihr eine größere Achtsamkeit für Eure Bewegungen entwickeln. Achtet auf die unterschiedliche Belastung während eines Schrittes: auf das Aufsetzen des Fußes, auf die Bewegung des Körpers mit Ihrem Becken als Zentrum über dem aufgesetzten, voll belasteten Fuß, auf die Spannung kurz vor dem nächsten Schritt, auf das Abstoßen etc.

Es ist eine wirklich schöne Übung. Lasst Euch nicht entmutigen, wenn es nicht sofort funktioniert und Ihr “nichts” spürt, wenn Ihr die Übung an der Bushaltestelle durchführt. Es ist wie bei allem: Die Übung macht den Meister. So sehr man bei diesem Satz die Augen rollen mag, weil er so oft von allen Seiten verwendet wird- er stimmt. Und er trifft insbesondere auf die sogenannten stillen Übungen zu, denn Visualisierung muss man geduldig üben, wenn man sie sonst kaum nutzt und lange nicht aktiv genutzt hat. Übt also immer mal wieder ein oder zwei Minuten, wenn der Bus oder die S-Bahn gerade Verspätung hat. Es lohnt sich!

Auch könnt Ihr in den warmen Monaten achtsam und bewusst über eine Wiese laufen, wenn eine in der Nähe ist. Versucht, jeden Schritt langsam und bewusst durchzuführen und Euch zu merken, wie es sich anfühlt, wenn die Grashalme über Eure Fußsohlen streifen? Versucht Euch dieses Gefühl so deutlich wie möglich einzuprägen und es Euch in Erinnerung zu rufen, wenn Ihr die Übung ohne “wirkliche” Grashalme durchführt.

Viel Spass beim Üben!

 

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(Die Grashalme auf der rechten Seite des Bildes sind eigentlich zu lang zum ersten tatsächlichen “Fühlen” und Einstimmen in die Übung. Sie gehen auch, aber empfehlenswert ist es, sich anfangs eine Wiese mit kürzeren Grashalmen zu suchen)

Und irgendwann läuft alles nur noch in Eurer Vorstellung ab. Interessanterweise kann der Körper gar nicht unterscheiden, ob Ihr Euch etwas nur vorstellt, oder der Körper die Bewegung tatsächlich ausführt. Aus neurochemischer Sicht besteht zwischen beiden Varianten kein Unterschied.

 

(Diese Übung befindet sich neben anderen Übungen auch im Fuß Qigong Buch, welches unter der ISBN Nummer 978-3424153446 im Irisiana Verlag erschienen ist)

 

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